Aktuelles
Achtung!
Die für den 26. Januar 2012 geplante Veranstaltung zum Thema Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung in der Leipziger Hospiz- und Palliativakademie fällt aus.
Pressemitteilung:
Ein kleines Haus, das große Ängste nehmen kann.
Der Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V. möchte dem so sachlich klingenden Wort „Mehrwert“ einen menschlichen Ton geben. Aus einer Privatspende heraus wurden in einer Behindertenwerkstatt 100 Spendenhäuser gebaut, die nun in den 30 sächsischen Hospizdiensten ihren Platz finden. In der Hoffnung, dass kleine Schritte den Verlust von 50 Prozent der Förderung durch das Land Sachsen abgefedert werden. Wenigstens zu einem Teil! Wir wollen nicht jammern ob des finanziellen Einbruchs, wir wollen zeigen, dass wir für unsere Schwerstkranken, Sterbenden und deren Familien da sind.
Herr Z., nennen wir ihn Zimmermann, freut sich auf diesen Nachmittag. Denn es ist der Nachmittag, an dem Frau P., nennen wir sie Paul, ihn wieder besuchen kommt. Frau Paul ist ehrenamtliche Mitarbeiterin des regionalen ambulanten Hospizdienstes. Reden, sie wollen einfach nur reden. Ja, und vielleicht Kaffee trinken, wenn der Kaffee ihm heute schmeckt. Vor einer Woche konnte der schwerkranke Mann die Tür noch selbst öffnen. Traurig bemerkt Herr Zimmermann, wie ihm die Zeit durch die Finger rinnt und sich sein Zustand fast täglich verschlechtert. Doch heute wollte er seiner Frau ihren Friseurtermin nicht verwehren. Es würde ihn nur noch trauriger machen. Es sind für sie 2 Stunden Normalität in einer so extrem schwierigen Zeit. Frau Paul versteht ihn, sitzt da und hört zu. Komisch, er vertraut sich einer völlig fremden Frau an. Aber sie ist es, mit der er über das Kommende nahezu unbefangen sprechen kann – über seinen Tod. Das tut ihm so gut. Und nimmt ihm seine Angst.
So, wie die Geschichte von Herrn Zimmermann und Frau Paul beginnen viele. Alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der 45 sächsischen Hospizdienste kennen und erleben sie. Fast 1.600 Menschen engagieren sich in Sachsen ehrenamtlich für Menschen, die lernen müssen, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Dass es nur noch darum gehen kann, die Zeit, die einem geschenkt wird, so angenehm wie möglich zu machen. Immer mehr Menschen wünschen sich in ihrer letzten Lebensphase Unterstützung, und so mancher Schwerkranke kann inzwischen durch eine verbesserte ambulante palliative Versorgungsstruktur zu Hause versorgt werden. Das liegt auch daran, dass bestimmte Leistungen der Hospizdienste durch die Krankenkassen besser finanziert werden. Ein erster und entscheidender Schritt. Doch ein kleiner. Viele Angebote und Leistungen der Hospizdienste lassen sich hier nicht abbilden, lassen sich quasi nicht abrechnen. Bisher hat das Land Sachsen sich an dieser Stelle stark eingebracht. Doch in einer Zeit, in der überall die Gelder gekürzt werden, geht auch der Kelch am Fördertopf für die Hospizdienste nicht vorüber. 50 Prozent im laufenden Geschäftsjahr gilt es auszugleichen.
Und genau deswegen hat der Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V. über eine private Spendenaktion 100 Spendenhäuser anfertigen lassen. Und zwar in den Behindertenwerkstätten der AWO Sonnenstein e.V. Die sind nun fertig und werden jetzt an 30 sächsische Hospizdienste übergeben. Sie sollen in Arztpraxen, beim Bäcker oder vielleicht im Postamt um die Ecke aufgestellt werden. In der Hoffnung, dass sie so mit jedem Cent den regionalen Hospizdienst unterstützen. Gelebte Menschlichkeit in ihrer höchsten Form der Fürsorge und Nächstenliebe.
Rückblick Standbetreuung Pflegemesse Leipzig
von links: Bianca Bretschneider, Christine Buhl, Dorothea Schwennicke
von links: Dr. Sylvia Schneider, Christine Buhl



