Trauerarbeit

Auf der Grundlage der Sterbebegleitungen hat sich in den Hospizdiensten die Notwendigkeit der Begleitung der Angehörigen in der Trauer herausgestellt. Zunehmend werden die Angebote für Trauernde auch unabhängig von einer Sterbebegleitung aufgesucht. Das stellt die Hospizdienste vor neue Herausforderungen.Trauernde finden in der heutigen Gesellschaft keinen ausreichenden Raum, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Familienstrukturen sind zerbrochen, Freundschaften halten dieser Belastung nicht Stand, Arbeits- und Lebenswelt erwarten ein fast lückenloses Funktionieren. Zudem gewinnt die Verlusterfahrung in kleiner gewordenen Beziehungsnetzwerken an Gewicht. Es herrscht eine gesellschaftliche Sprachlosigkeit hinsichtlich des Trostes in der Trauer. Trauer ist in der Regel keine Krankheit, kann aber krank machen, wenn sie nicht die notwendige Verarbeitung erfährt. Es sollte ein gesellschaftliches Interesse sein, dem entgegenzuwirken. Die Hospizdienste in Sachsen haben mittlerweile ein breites hilfreiches Spektrum von Begleitungsmöglichkeiten für Trauernde entwickelt.

Die Trauerbegleitung unterliegt nicht den Regelungen des § 39a SGB V und kann dadurch sehr frei gestaltet werden. Der Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen erachtet es daher als notwendig, die Trauerbegleitung in Sachsen in einer verständlichen Struktur darzustellen und sich auf Mindestqualitätsmerkmale zu verständigen:

Angebote Trauer

Mindestqualitätsmerkmale Trauerarbeit

 

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Was genau ist Trauer überhaupt? Im Film TRAUER.WEGE.FINDEN geht die Kölner Filmproduktionsfirma der Frage nach, wo und wie Trauer in unserer Kultur heute Platz hat und was es bedeutet, Trauer zu leben. Sie untersuchen das Wesen der Trauer und die verschiedenen Trauerphasen. Der Betrachter gewinnt Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonisten, die in Interviews ihren persönlichen Umgang mit der Trauer schildern. Um breite Identifikationsflächen zu bieten, stellt das Projekt die unterschiedlichsten Perspektiven dar. Zu Wort kommen Hinterbliebene, Menschen kurz vor ihrem Lebensende und deren Angehörige, Seelsosrger und Bestatter, Mediziner und Pflegende (u.a. Prof. Dr. Verena Kast – Trauerexpertin). Die Bewältigung der eigenen Trauer ist dabei ein Schwerpunkt des Films – nicht ist individueller als der eigene Verarbeitungsprozess eines persönlichen Verlustes – und doch gibt es viele Anlaufstellen, die unterstützen und helfen können. Sensibel wird das Thema in seiner ganzen Bandbreite aufgefächert.

                                                           Bilder, die bleiben Bilder, die bleiben – ein Dokumentarfilm über Abschied und Tod Gesine Meerwein ist 45 Jahre alt. Sie lebt mit unberechenbaren Schmerzschüben und mit der Diagnose schnellwachsende Metastasen. Fast vier Jahre lang rechnet sie damit, bald sterben zu müssen. Offen und eigenwillig setzt sie sich mit Tod und Bestattung auseinander. Sie bindet ihr Freundinnennetz und ihre Familie in diesen Prozess ein.Ein Film von Katharina Gruber und Gisela Tuchtenhagen von Lebenskünstlerinnen e.V. nach einer Idee von Gesine Meerwein. Gesine Meerwein wollte durch den Film selbst aktiv zu einer offenen Kultur des Abschiednehmens beitragen.

Beide Dokumentarfilme TRAUER.WEGE.FINDEN und Bilder, die bleiben können als DVD beim Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V. für Schulungszwecke ausgeliehen werden.

Erklärfilm: Das kann Hospizarbeit

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Der Museumskoffer "Vergissmeinnicht" ist eine didaktische Einheit zu den Themen Sterben und Tod, Bestatten, Trauern und Erinnern. Die mobile Mitmachausstellung wurde für Vorschul- und Grundschulkinder konzipiert. Bilder, Arbeitsblätter, Objekte, Filme, Bücher und Musikstücke eröffnen dabei den Einstieg in das Thema. Die Vielzahl der Objekte und Arbeitsanleitungen ermöglichen einen alters- und fachübergreifenden Einsatz. Der Ablauf ist frei gestaltbar. Hintergrundwissen für die Pädagogen sind in einem Handbuch zusammengefasst.

Dieser Museumskoffer kann beim Landesverband gegen Gebühr ausgeliehen werden.

Weitere Informationen finden Sie im Flyer.