Projekte 2017

Die Projekte des Landesverbandes für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V. werden gefördert durch den Freistaat Sachsen.

Der 8. Sächsische Hospiztag und Bürgerforum

Der sächsische Hospiz- und Palliativtag hat sich als gute Plattform für den regionalen und überregionalen Austausch und Dialog für alle im Hospiz- und Palliativbereich Tätigen bewährt und wird weiterhin im 2jährigen Rhythmus geplant und veranstaltet.

In 2017 wird in Verbindung mit dem 8. Sächsischen Hospiz- und Palliativtag das 20jährige Jubiläum des Vereines als eine Zweitagesveranstaltung begangen. Mit dem Vereinsjubiläum will der Verein bewusst in die Öffentlichkeit treten und hier die Bevölkerung Sachsens für die Arbeit des Vereins und den Themen Krankheit, Tod und Sterben sensibilisieren. Zu einem Bürgerforum soll die interessierte Bevölkerung zum Thema „…es ändert sich was!“ eingeladen werden.

Der zweite Veranstaltungstag richtet sich mit dem 8. Sächsischen Hospiz- und Palliativtag an die in der Hospiz- und Palliativarbeit haupt- und ehrenamtlich Tätigen aus. Zum Thema: „Lebensbeziehungen – was im Sterben trägt?“ planen wir einen multiprofessionellen Fachtag mit Vorträgen und Workshops.

Bürgerforum – 16. Juni 2017

Mit dem einführenden Festvortrag möchten wir auf die gegebenen aktuellen Gesetzmäßigkeiten und Veränderungen sowie ihre Auswirkungen für Bürgerinnen und Bürger als Angehörige, Betroffene, Pflegende und Patienten näher eingehen. Ansprechpartner aus den vielfältigen Angeboten im Bereich der Hospiz- und Palliativarbeit werden sich vorstellen und im Rahmen eines Speed Dating können die interessierten Bürger in kurzer Zeit möglichst viele Informationen erhalten durch den Wechsel von Netzwerkpartner zu Netzwerkpartner.

Der Oberbürgermeister der Stadt Dresden wurde für die Schirmherrschaft angefragt. Als Durchführungsort können wir uns für die Dresdner Bürgerinnen und Bürger das Dresdner Rathaus vorstellen. Für den Festvortrag zum Thema „… es ändert sich was! – Auswirkungen des Hospiz- und Palliativgesetzes und des Pflegestärkungsgesetzes für Betroffene, Angehörige, Patienten, Pflegende“ wurde Frau Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, angefragt. Nach dem Vortrag haben die Bürger die Möglichkeit, in kurzer Zeit möglichst viele Netzwerkpartner zu kontaktieren. Als Format wurde das Speed-Dating ausgewählt. Geplant ist die Vorstellung von 12 Netzwerkpartnern von ambulanten bis stationären Bereichen. Eine enge Zusammenarbeit in der Durchführung wird mit der Sozialbürgermeisterin Frau Dr. Kaufmann angestrebt.

8. Sächsischer Hospiz- und Palliativtag – 17. Juni 2017

Als hervorragender Durchführungsort hat sich das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden aufgrund der geeigneten Räumlichkeiten (Großer Saal mit 600 Plätzen, kleinere Säle und mehreren Seminarräumen) und optimaler Erreichbarkeit gezeigt. Die Räume sind für unseren Hospiz- und Palliativtag bereits reserviert. Für die Schirmherrschaft möchten wir die Staatsministerin Barbara Klepsch anfragen.

Geplant ist ein multiprofessioneller Fachtag zu folgenden Themeninhalten „Sterbehilfe und Suizid“, „Sterben und Tod in unterschiedlichen Kulturkreisen“, „Altersdepression“, „Prognose bei nichtonkologischen Patienten?“, „Welcher Patient gehört wohin?“, „Virtuelle Trauer – Trauer im Netz“ – um eine erste Auswahl zu benennen. Die Referentinnen und Referenten werden noch in 2016 angefragt und eingeladen.

Als Auftakt gibt es eine musikalische Einstimmung. Begrüßung durch unsere Vorstandsvorsitzende und Grußworte der Schirmherrin folgen. Im Anschluss sind 2-3 Fachvorträge für alle Teilnehmer im Plenum geplant. Nach der Mittagspause bieten wir weitere Vorträge sowie Workshops an. Den Abschluss des Tages umrahmt der Bürgerbühnenclub „Club der begleitenden Bürger“ mit seinem Theaterstück.

Für diesen Tag ist eine „Materialienbörse“ angedacht. Koordinatoren ambulanter Hospizdienste sollen hier die Möglichkeit erhalten, geeignete und bewährte pädagogische Arbeitsmaterialien, die sie in ihrem eigenen Arbeitsfeld in den Bereichen zur Ausbildung ehrenamtlicher Hospizhelfer, der Trauerarbeit und Supervision anwenden, vorzustellen, sich über die Materialienvielfalt auszutauschen und ggf. Empfehlungen auszusprechen.

Um auch für Ärzte unsere Veranstaltung attraktiv zu gestalten, wird der 8. Sächsische Hospiz- und Palliativtag bei der Landesärztekammer zur Zertifizierung beantragt.

Filmforum “Filme vom Abschied”

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Durchführung des Projektes „Filmforum – Filme von Abschied“ als ausgezeichnetes Podium etabliert hat, um die Thematik Sterben, Tod, Alter und Trauer einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Belegt wird dies auch anhand der kontinuierlich steigenden Zuschauerzahlen. Aus diesem Grund plant der Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V. erneut das Filmforum – „Filme vom Abschied“. Es wird sich voraussichtlich über 4 Wochen im Herbst 2017 erstrecken. Pro Woche wird ein Filmabend mit anschließender Diskussions- und Austauschmöglichkeit durchgeführt werden. Erstmalig möchten wir einen zusätzlichen Filmnachmittag ein Familienmatinee anbieten, um auch Kinder, Jugendliche und ihre Eltern in die Thematik einzubeziehen. Eine mögliche Idee wäre für den Film „Alles steht Kopf“ an einem Sonntagnachmittag einzuladen. Kompetente und interessante Gesprächspartner werden zu den Themen der Filme geladen. Dabei fragen wir bei gemeinnützigen Vereinen, Selbsthilfegruppen und in Kliniken nach möglichen Gesprächspartnern an und nutzen unsere Netzwerke hierfür. Auch integrieren wir unsere Vereinsmitglieder für mögliche Moderationen für einen Filmabend. Neben der Landeshauptstadt Dresden hat sich das Filmforum nunmehr auch in Leipzig etabliert und großen Zuspruch in der Bevölkerung gefunden. In 2015 konnten wir das Kinopolis in Freiberg gewinnen, um mit dem Filmforum den Einzugsbereich Mittelsachsen zu erweitern. Das Filmforum soll daher in 2017 in den drei Städten veranstaltet werden.

Als kompetenter Partner zur Durchführung des Projektes hat sich für Dresden das Programmkino Ost aufgrund der guten Zusammenarbeit in den vergangen Jahren bewährt. Für Leipzig wird wieder die Zusammenarbeit mit den Passage Kinos angestrebt und in Freiberg das Kinopolis. Die Organisation (finden von Gesprächs- und Moderationspartnern, Flyer- und Plakaterstellung etc.) wird wie bisher seitens der Geschäftsstelle des Landesverbandes für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V. übernommen. Die Durchführung vor Ort wird wieder in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Hospizdiensten unter der Koordination des Landesverbandes geschehen. Damit wird der Vernetzungsgedanke aktiv unterstützt. Dem Landesverband, den Hospizdiensten sowie unseren Gesprächs- und Kooperationspartnern bietet sich die Möglichkeit der aktiven Öffentlichkeitsarbeit.

Sächsische Hospizgespräche

Mit Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland und im Freistaat Sachsen wird der Bereich der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Auch ist die gute Vernetzung zwischen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und der ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativarbeit elementar und unerlässlich. Um dies zu gewähren und den qualitativen Austausch zu fördern, hat sich der Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin zum Ziel gesetzt, das sächsische Hospizgespräch kontinuierlich anzubieten.

Mit der Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetzes treten zukünftig verstärkt hospizliche Themen in den Fokus stationärer Pflegeeinrichtungen. Hier möchte der Landesverband die Implementierung aktiv unterstützen und auch in 2017 ein 4. Sächsisches Hospizgespräch anbieten.

Die Durchführung als eine Tagesveranstaltung hat sich bisher als geeignet erachtet. Ein Thema für das 4. Sächsische Hospizgespräch wurde noch nicht festgelegt. Mögliche Themenfelder wären u.a. Umsetzung Hospiz- und Palliativgesetz, Stand der Einführung und Umsetzung von Advance-Care-Planning (Problemfelder, Gesprächs- und Austauschbedarf), Pflegestärkungsgesetz, Schmerz, Demenz, Ernährung. Der Durchführungsort steht noch nicht fest. Geeignete Referenten müssen benannt, Themen und Programmablauf im Arbeitskreis abgestimmt und festgelegt werden. Zur Wiedererkennung dieser Veranstaltung werden in bewährter Form Flyer gestaltet. Diese werden per Email an Alten- und Pflegeheime, Ambulante Hospizdienste und Netzwerkpartner versandt. Aus dem Vorjahr hat es sich gezeigt, dass ein Druck des Flyers und ein postalischer Versand nicht notwendig sind. Den Teilnehmern der Veranstaltung werden Handouts der Referenten und bei Bedarf wichtige Positionspapiere / aktuelle Schriftsätze / Gesetzestexte oder drgl. zur Verfügung gestellt.

Um die Veranstaltung auch für Pflegende attraktiv zu gestalten, werden wir das 4. Sächsische Hospizgespräch bei der RbP – Registrierung beruflich Pflegender – zertifizieren lassen.

Hospiz macht Schule / Fachtagung

In der Hospiz- und Palliativarbeit liegt das Hauptaugenmerk oft bei den Erwachsenen bei der Vermittlung und Hilfe im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Kinder und Jugendliche sind hierbei eine Randgruppe. Doch gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, sich mit der Thematik rund um das Sterben und den Tod zu befassen, da sie zumeist noch unbedarft im Umgang hiermit sind. Im Alltag kommt das Thema meist nicht zur Sprache. Den Pädagogen und Erziehern in Grundschulen und Kindergärten fällt es oft schwer, sich der Auseinandersetzung mit diesem Thema altersentsprechend und entwicklungsgerecht zu stellen. Meist wird es als ein viel zu schwieriges Thema für Kinder und Jugendliche bewertet und betrachtet. In den meisten Fällen werden sie erst durch den „Ernstfall“, dem Tod eines Zugehörigen oder auch eines Haustieres, mit dem Sterben und Tod konfrontiert. In den Familien erleben die Kinder und Jugendlichen einen ganz unterschiedlichen Umgang mit dieser Thematik. Hier möchte der Landesverband die Ambulanten Hospizdienste bei der Schulung Hospiz macht Schule unterstützen, um den Anfragen von Schulen und Kindergärten in ihrer Region gerecht zu werden und durch eine verbesserte Aufklärung die Angst vor der Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer zu nehmen.

Seit 2014 führen wir das Projekt „Hospiz macht Schule“ durch und mittlerweile sind 54 Personen aus 17 Ambulanten Hospizdiensten durch die Kurse befähigt, gleichnamige Projektwochen in ihren regionalen Grundschulen anzubieten.

In 2017 möchten wir neben einem Befähigungskurs auch eine Fachtagung für bereits geschulte und befähigte haupt- und ehrenamtlich Tätige anbieten und laden zu einem Erfahrungsaustausch für alle Aktiven im Projekt von Hospiz macht Schule und alle in der Projektarbeit mit dem Museumskoffer „Vergiss-Mein-Nicht“ ein.

Zur Umsetzung des Projektes „Hospiz macht Schule“ hat sich der Landesverband als Kooperationspartner die Bundes-Hospiz-Akademie ausgewählt. Die Bundes-Hospiz-Akademie ist Mitbegründer des Projektes „Hospiz macht Schule“ und koordiniert dieses seit 2006 bundesweit. Der Befähigungskurs wird über 2 Tage andauern und im Frühjahr 2017 in Dresden stattfinden. Hierzu bedarf es einer zahlreicher Vorbereitungen wie Bewerbung der Veranstaltung, Raumsuche, Catering, Anfahrtsbeschreibung für die Teilnehmer, Bereitstellung von Technik und Organisation der räumlichen Ausstattung vor Ort. Angestrebt ist mind. ein Befähigungskurs.

Für die Fachtagung planen wir eine Ganztagesveranstaltung. Neben dem Austausch der vielen Erfahrungen und Erlebnisse aus der Arbeit in den Grund- und Mittelschulen mit „Hospiz macht Schule“ und dem Museumkoffer „Vergiss-Mein-Nicht“ wollen wir weitere Fachfragen in Form von ca. 2 Vorträgen gemeinsam mit den Teilnehmern erörtern. Möglich wäre hier auch Kleingruppenarbeit mit entsprechenden Themenvorgaben.

Überarbeitung Hospiz- und Palliativführer für das Land Sachsen

Der Hospiz- und Palliativführer für das Land Sachsen wurde in einer ersten Auflage 2013 erstellt und gedruckt. Hierin findet man eine Übersicht zu allen Hospiz- und Palliativangeboten im Freistaat Sachsen und den dazugehörigen Kontaktdaten. Weiterhin werden alle Themenbereiche (Begrifflichkeit: Ambulante Hospizarbeit, Stationäre Hospizarbeit, Palliativstationen, Spezialisierte Ambulante Hospizarbeit und Kinderhospizarbeit) näher erläutert. Zwischenzeitlich hat sich in den Diensten und Einrichtungen eine Vielzahl an Änderungen ergeben. Neue Kontaktdaten wurden dem Landesverband aus unterschiedlichsten Gründen übermittelt. Dienste wurden neu gegründet, so fehlen z.B. eine Vielzahl an SAPV-Diensten und Palliativstationen in der Broschüre. Auch gab es zwischenzeitlich Neugründungen von Ambulanten Hospizdiensten.

In einer überarbeiteten und aktualisierten Auflage können die fehlenden Einrichtungen nun mit ihren Kontaktdaten berücksichtigt werden. Außerdem erhalten alle bisher in der Broschüre aufgeführten Einrichtungen die Möglichkeit, ihre Angaben zu überprüfen, zu aktualisieren und zu präzisieren.

Das Grußwort der ehemaligen Ministerin Christine Clauß würde ersetzt werden, Vorworte und Texte aktualisiert. Die Broschüre soll mit weiteren Inhalten und Themen ergänzt und erweitert werden, um auch der interessierten Öffentlichkeit eine Informationsbroschüre in die Hände geben zu können. In ihrer Gestaltung sollen dem Besucher schnelle und fundierte Informationen aus dem Bereich der Hospizarbeit und Palliativmedizin im Freistaat Sachsen und der Arbeit des Landesverbandes für Hospizarbeit und Palliativmedizin vermittelt werden. Die Broschüre soll ansprechender gestaltet werden durch die Einarbeitung von Fotomaterial.

Aus diesen genannten Gründen macht sich eine Überarbeitung und Aktualisierung des Hospiz- und Palliativführers für das Land Sachsen notwendig. Die Änderungen der Kontaktadressen werden auf der Website des Landesverbandes zeitgleich mit aktualisiert. In 2016 wurden die Inhalte und Aktualisierungen zusammengetragen und das Format festgelegt. Im ersten Halbjahr 2017 erfolgen die grafische Gestaltung, Korrekturen und Druck der Broschüre.

Ziel ist die Überarbeitung und Aktualisierung des Sächsischen Hospiz- und Palliativführers und der Herausgabe der Broschüre zum Bürgerforum und zum 8. Sächsischen Hospiz- und Palliativtag im Juni 2017.

Bildungsveranstaltungen

In den letzten Jahren ist das Bedürfnis nach interessanten, fachlich fundierten und multidisziplinären Bildungsangeboten gestiegen. Auch wird immer wieder deutlich, dass die Thematik „Hospizarbeit und Palliativmedizin“, gerade auch mit Blick auf den demografischen Wandel in der gesellschaftlichen Struktur, noch mehr durch Bildungsveranstaltung in die Öffentlichkeit getragen werden kann, denn Tod und Altern gehört ebenso zum Leben wie Geburt und Jugend. Aus diesen Aspekten heraus will sich der Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin weiterhin der Bildung widmen. Einerseits bieten wir unterschiedliche Bildungsveranstaltungen in Form von Vorträgen und Workshops an, andererseits möchten wir den überregionalen Austausch und die Vernetzung aller Einrichtungen im Bereich der Hospiz- und Palliativarbeit in Form von Arbeitskreistreffen befördern. Als ein entscheidender und wertvoller Aspekt ist die damit verbundene Sicherung der Qualität in dem Bereich der Hospizarbeit und Palliativmedizin.

Mit unseren Bildungsangeboten möchten wir uns im laufenden Jahr ebenso aktuellen Fragen widmen und wichtige Themen aufgreifen.